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Forschung im Fokus: Gewalt als Sprache der Straße: Terrorismus und die Suche nach emotionaler Gemeinschaft im Russischen Reich

Bürgeruniversität Haus der Universität

 

Prof. Dr. Anke Hilbrenner (HHU)

Terrorismus erschütterte das vorrevolutionäre Russland in zwei Wellen von den 1860er Jahren bis zur ersten Russischen Revolution in den Jahren 1905 bis 1907. 1881 fiel der Reformzar Alexander II. einem Attentat zum Opfer. In der zweiten Welle traf es die unterschiedlichsten Personen: Repräsentanten des Staates, Polizisten und am Ende auch Frauen und Kinder. Die Revolution setzte auf die kommunikative Botschaft einer Bombe. Dass häufig Frauen als Terroristinnen aktiv waren, half ihnen dabei, sich selbst als Opfer der herrschenden Verhältnisse und als Märtyrerinnen des Kampfes gegen die Autokratie darzustellen. Der Wunsch, die gewaltsame Repression der Obrigkeit zu rächen, einte die Menschen bis weit in die liberalen Kreise.

Anke Hilbrenner verdeutlicht mit dichten Beschreibungen einzelner terroristischer Anschläge die Entstehung terroristischer Gewalt und öffnet die Perspektive auf die Kommunikationsstrategien der Terroristinnen und Terroristen, aber auch auf die Reaktion der Obrigkeit. Auf beiden Seiten wurde gezielt auf Gewalt für die jeweilige Botschaft zurückgegriffen, um die Öffentlichkeit auf die eigene Seite und damit in die eigene emotionale Gemeinschaft zu ziehen.

Die Veranstaltung ist als Hybrid-Format geplant, d.h. Sie können im Haus der Universität oder von zu Hause via Livestream teilnehmen. Den Link zur Veranstaltung finden Sie hier: https://youtu.be/FJa5LNgMzT4

Veranstaltungsdetails

02.03.2023, 19:00 Uhr - 20:30 Uhr
Forschung im Fokus - in Kooperation mit dem Freundeskreis Geschichte der HHU
Ort: Haus der Universität
© iStock.com/antoniokhr
Verantwortlichkeit: