PD Dr. Thobias Winnerling (HHU)
Wie informierte man sich in der Frühen Neuzeit, wer zur Gelehrtenrepublik gehörte und was diese Menschen gedacht und geschrieben hatten? Ganz einfach: Man konsultierte ein Gelehrtenlexikon. Zwischen dem späten 15. und dem frühen 19. Jahrhundert wurden in ganz Europa hunderte von oftmals mehrbändigen Nachschlagewerken gedruckt, die nichts enthielten als Biografien und Schriftenverzeichnisse gelehrter Menschen. Sie wurden nachgedruckt, übersetzt, in überarbeiteter Form wieder und wieder aufgelegt und für die Produktion immer neuer Gelehrtenlexika ausgeschlachtet. Vom spätmittelalterlichen Totengedenken wandelte sich die Gattung dabei, so die These des Vortrags, zu einem unverzichtbaren Bestandteil der frühneuzeitlichen Wissenswelt und verlor diese Funktion erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts wieder.
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