Dr. Oliver Victor (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl “Philosophie der Geschichte” von Prof. Dr. Christoph Kann an der HHU)
Charles de Montesquieu gilt als einer der wichtigsten Vordenker der französischen Aufklärung. Sein Werk hat wesentliche Spuren in Literatur, Philosophie, Soziologie und den Geschichtswissenschaften hinterlassen, die bis heute nachwirken. Seine 1721 veröffentlichten Persischen Briefe machten ihn über Nacht berühmt. Letztere ebnen nicht nur dem Genre des Briefromans den Weg, sondern bedienen sich des Topos des Orientalismus, um unter umgekehrten Vorzeichen einen kritischen Blick auf die Pariser Gesellschaft und Politik der 1710er Jahre zu werfen.
Der Vortrag möchte aufzeigen, wie es Montesquieu im fiktionalen Rahmen gelingt, eine äußere kritische Sichtweise auf die Verhältnisse im eigenen Land und die eigene Kultur einzunehmen und dabei vermittels des Reisemotivs zentrale Topoi der Aufklärung vorwegzunehmen.
Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten an: krista.olhoeft(at)t-online.de