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Die Forschungsstelle "Düsseldorfer Kolonialgeschichte" der Globalgeschichte der HHU präsentiert ihre Forschungsergebnisse an diesem Abend. Nach dreijähriger Förderung durch die Stadt Düsseldorf werden die Erkenntnisse in einem neu erscheinenden Sachbuch "Düsseldorf zwischen Welthandel und Kolonialbewegung. 1818-1884" für die Stadtöffentlichkeit dargestellt. Einen zweiten Schwerpunkt des Abends wird die aktuelle Forschung von Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst zum Kolonialrevisionismus im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg darstellen. Prof. Marianne Bechhaus-Gerst stellt dabei ebenfalls ihr neu erscheinendes Buch vor.
Welchen Anteil hatte die Düsseldorfer Wirtschaft an der frühen Kolonialbewegung des Kaiserreichs? Wie lebte der koloniale Gedanke im Rheinland nach dem Ersten Weltkrieg fort? Die rheinisch-westfälische Wirtschaftsregion war durch das 19. Jahrhundert hindurch parallel zur Industrialisierung stets am Ausbau von Exportmöglichkeiten der eigenen Produkte interessiert. Lukas Sievert findet in diesen globalwirtschaftlichen Bemühungen die praktischen und ideellen Vorläufer der frühen rheinischen Kolonialbewegung der 1880er. Hier in Düsseldorf entwickelte sich spätestens mit der Gründung des "Westdeutschen Vereins für Kolonisation und Export" 1881 ein frühes Zentrum der organisierten Kolonialagitation. Getragen wurde die Bewegung in den preußischen Westprovinzen von Industriellen, auch aus Düsseldorf. Die gleichen Kreise hatten schon in den Jahrzehnten vorher den Ausbau globaler Verbindungen betrieben. Ihre Vertreter waren gewichtige Stimmen der Außenwirtschaftspolitik Preußens und des Kaiserreichs.
Nach dem Ende des deutschen Kolonialreichs durch den Ersten Weltkrieg blieb eine kolonial-imperiale Imagination in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus bestehen. Die Deutsche Kolonialgesellschaft existierte fort und unterhielt im Rheinland aktive Abteilungen. Die rheinischen Akteure und die koloniale Propaganda des Kolonialrevisionismus von 1919-1943 sind Themen der neuen Publikation von Prof. Marianne Bechhaus-Gerst, die für die Geschichte der Stadt Düsseldorf große Relevanz hat.
Programm:
Miriam Koch (Beigeordnete für Kultur und Integration der Stadt Düsseldorf) – Grußwort
Prof. Dr. Stefanie Michels (Leitung der Forschungsstelle und Professorin für Globalgeschichte an der HHU) – Begrüßung
Lukas Sievert (Forschungsstelle “Düsseldorfer Kolonialgeschichte”) – Buch: "Düsseldorf zwischen Welthandel und Kolonialbewegung."
Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst (Universität zu Köln) – Buch: „Kolonialrevisionismus im Rheinland 1919–1943.“
Arbeitskreis Düsseldorf postkolonial – Vorstellung der Aktivitäten
Ausklang bei Erfrischung und Gesprächen
Informationen für einen eventuellen Nachholtermin finden Sie in diesem Kalender.