23.08.17 16:13

Universitäts und Landesbibliothek Düsseldorf

ULB erwirbt mittelalterliche Handschrift des Stifts Werden

Von: Carola Spies/Julius Kohl

Eine mittelalterliche Handschrift, die im 15. Jahrhundert in Essen-Werden entstand, ist von der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (ULB) erworben worden. Als Teil der Bibliothek der ehemaligen Benediktinerabtei Werden gilt sie als schützenswertes Kulturgut der Rhein-Ruhr-Region. Die Handschrift wurde nach Düsseldorf überführt und steht jetzt Wissenschaft und Forschung sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung.

(Bild: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)

(Bild: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)

Auf einer öffentlichen Buchauktion in London hat die ULB den kleinen Band mit 326 Pergamentblättern erworben. Er enthält die 150 Psalmen des Alten Testaments in lateinischer Sprache, die beim Stundengebet der Benediktinermönche in wöchentlicher Wiederkehr gesungen wurden. Zahlreiche Benutzungsspuren lassen erkennen, dass der Psalter sehr rege Verwendung fand. Ergänzend zu den biblischen Psalmen enthält der Kodex Hymnen, die zu besonderen Festtagen gelesen wurden.

Ein Besitzvermerk in roter Tinte auf der ersten Seite des Bandes erweist eindeutig die Herkunft der Handschrift: Liber S. Ludgeri Werthinensis Monasterii (ein Buch des Werdener Klosters St. Ludgerus). Diese Abtei, die bereits um 800 n. Chr. durch den Utrechter Priester und Missionar Liudger in Werden (heute Stadtteil von Essen) gegründet wurde, bildete während ihres tausendjährigen Bestehens eine beeindruckende Bibliothek heraus. Im Zuge der Säkularisation 1802/03 wurde das Kloster aufgelöst und seine umfassende Büchersammlung zerstreut.

An Werdener Handschriften sind heute noch etwa einhundert bekannt, von denen ca. ein Drittel in der ULB verwahrt wird. Die ehemalige Königliche Landesbibliothek zu Düsseldorf (eine Vorgängereinrichtung der ULB) erhielt diese Handschriften und dazu eine größere Zahl von Drucken im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammen mit Buchbeständen aus etwa 24 weiteren rheinischen und westfälischen Klöstern. Seit 1977 befindet sich die gesamte Handschriftensammlung an der Universität Düsseldorf, wo sie seither der Forschung – mittlerweile auch in digitalisierter Form – zur Verfügung steht.

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