06.11.18 14:14

Öffentliche Tagung mit Podiumsdiskussion im Haus der Universität

„Sucht. Rausch. Droge?“

Von: Redaktion

Wenige Themen werden in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft so kontrovers diskutiert wie die ‚Droge‘. Die Meinungen zu Risiken, aber auch Chancen – etwa beim Einsatz von Cannabis – gehen weit auseinander. Schon die Definition des Begriffs ‚Droge‘ bleibt umstritten. Dieser Relevanz möchte die interdisziplinäre Tagung „Sucht. Rausch. Droge?“ am 16. November 2018 im Haus der Universität Rechnung tragen.

Foto: HHU/Ivo Mayr

Ziel der Tagung ist es, die aktuellen Debatten zu Drogenkonsum und Drogenpolitik über die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hinweg gemeinsam mit der Öffentlichkeit zu evaluieren. Die eintägige Veranstaltung eröffnet sowohl etablierten Forschenden als auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit, ihre Expertisen durch Vorträge und offene Diskussionen bürgernah zu präsentieren. Die anschließende Podiumsdiskussion zu “Drogenpolitik in Düsseldorf – Strategien zur Entkriminalisierung?” erweitert diesen offenen Diskurs der Wissenschaften um Positionen aus Politik, sozialer Praxis und Stadt.

Die Tagung beleuchtet diesen ambivalenten Themenkomplex in drei Panels: Sucht, Rausch und Droge. Das Themenfeld „Droge“ ermöglicht einen Einblick in die Argumentationsweise staatlicher Verbote. So erläutert Dr. Sebastian Roßner die verfassungsrechtlichen Begründungen hinter dem Cannabisverbot, während Prof. Justus Haucap über die ökonomischen Auswirkungen des Cannabiskonsums auf die Marktwirtschaft berichtet. Das Panel „Sucht“ widmet sich dem Dilemma zwischen Abhängigkeiten und Auswirkungen. Während Prof. Andreas Meyer-Falcke die Genese und Herausforderungen der Düsseldorfer Cannabis-Initiative darlegt, stellen Dr. Sabrina Kastaun und Prof. Daniel Kotz Ergebnisse aus klinisch-medizinischen Studien zum täglichen Tabakkonsum in Deutschland vor.

Auch Phänomene wie unser alltägliches Kaufverhalten können als „weiche“ Drogen angesehen werden, wie durch Prof. Peter Kennings Beitrag zum Forschungsfeld der Consumer Neuroscience deutlich wird. Die Frage nach den psychologischen Gründen für Suchtverhalten drängt sich hier besonders auf: Bestimmt Sucht die Droge oder Droge die Sucht? 

Die immerwährend populäre Zugkraft und Inszenierung der ‚Droge‘ als stilisierte Rauscherfahrung ist Gegenstand des Panels „Rausch“: Robin Aust und Philipp Ritzen widmen sich in ihren Beiträgen der exzessiven Drogen- und Konsumkultur in der deutschsprachigen Popliteratur. Daran anschließend fragt Tomy Brautschek nach dem subversiven Potenzial des Rauschs in der populären Musik: „Wäre Pop ohne Droge überhaupt denkbar?“ In einem thematisch spannenden Grenzgang analysiert Alexander Zimbulov die Weinmetaphorik als ambivalenten ‚Spirit’ im „Hohelied“.

Die anschließende Podiumsdiskussion bereichert den Austausch: Vertreter/innen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen erläutern ihre parteispezifische Drogenpolitik, während Positionen aus der Praxis, wie z.B. die des Suchtkoordinators der Stadt Düsseldorf und des Plenums, die Relevanz der öffentlichen Diskussion verdeutlichen.


 

„Sucht. Rausch. Droge?“ – Interdisziplinäre Tagung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Öffentliche Vorträge und Podiumsdiskussion

Kein Eintritt – Anmeldung nicht erforderlich!

Freitag, 16.11.2018, 10:00 bis 19:00 Uhr

Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf

Weitere Informationen und Programm unter undefinedhttps://sucht-rausch-droge-tagung.hhu.de/

Kontakt: Dr. Simone Brandes, Thomas Gurke, Dr. Frank Meier

Email: undefinedsucht-rausch-droge-tagung(at)phil.hhu.de

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