09.03.17 18:00

Studierendenservice

HHU und Wuppertal starten Talentscouting an Schulen

Von: Julius Kohl

"Talente willkommen!" – Unter diesem Motto startet das Talentscouting des Ministeriums für Innovationen, Wissenschaft und Forschung an der HHU und der Bergischen Universität Wuppertal (BUW). HHU-Prorektor Prof. Stefan Süß: "Schulen und Universitäten stehen zusammen in der Verantwortung, junge Talente zu entdecken."

(Bild: Wilfried Meyer)

Persönlich begrüßte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (Mitte) mit Vertretern der Hochschulen und des NRW-Talentzentrums die zehn neuen Talentscouts aus Düsseldorf und Wuppertal. (Bilder: Wilfried Meyer)

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze betonte die Bedeutung der engen Zusammenarbeit der Universitäten Düsseldorf und Wuppertal für das weitere Gelingen des Projekts: "Diese rheinisch-bergische Zusammenarbeit verspricht viele wertvolle Impulse für die Talente und die Talentscouts."

Gemeinsam präsentierten die zuständigen Prorektoren der beiden Universitäten, Prof. Dr. Andreas Frommer (li., Wuppertal) und Prof. Dr. Stefan Süß (Düsseldorf), die gemeinsamen Planungen.

Vertreterinnen und Vertreter der Universitäten Düsseldorf und Wuppertal stellten heute gemeinsam mit NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in Düsseldorf das Projekt "Talente willkommen!" vor: Gemeinsam werden die beiden Hochschulen in den kommenden vier Jahren ein Netzwerk von "Talentscouts" an Schulen der Region aufbauen und damit ihr bisheriges Beratungsangebot ergänzen.

"Schulen und Universitäten stehen zusammen in der Verantwortung, junge Talente zu entdecken, sie zu fördern und so einen erstklassig qualifizierten Nachwuchs an akademischen Fachkräften, Expertinnen und Experten auszubilden. Gerade die Gewinnung talentierter Studienanfängerinnen und -anfänger aus Familien mit Migrationshintergrund oder ohne akademische Erfahrung betrachten wir als herausragende Aufgabe auf dem Weg zu einer erhöhten Chancengerechtigkeit", sagt der Prorektor für Studienqualität und Personalmanagement der HHU, Prof. Dr. Stefan Süß, anlässlich des Programm-Starts. Sein Wuppertaler Kollege Prof. Dr. Andreas Frommer, Prorektor für Studium und Lehre der BUW, betonte das Vorgehen im Verbund der beiden Regionen: "Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität und dem Talentscouting systematisch die jungen Talente ermutigen können, die wir bisher nur schwer erreichen konnten."

Im Rahmen des im Ruhrgebiet bereits erfolgreichen Programms suchen und begleiten "Scouts" (Studienberater) – in enger Abstimmung mit allen am Studien- und Berufswahlprozess Beteiligten – talentierte Schülerinnen und Schüler. Dabei nehmen sie vor allem solche in den Fokus, die für sich ein Studium nicht in Erwägung ziehen würden – meist, weil ihnen das familiäre Vorbild fehlt. Die Scouts helfen dann den Talenten, das richtige Studium für sich zu finden, den Einstieg zu schaffen und stehen auch während des Studiums weiter unterstützend zur Seite.

Der Zusammenhang zwischen familiärer Herkunft und dem Bildungserfolg junger Menschen ist in Deutschland so groß wie in keinem anderen europäischen Land. Zuletzt zeigte die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes, dass insbesondere Kinder und Jugendliche aus Familien ohne akademische Erfahrung und mit bzw. oder Zuwanderungsgeschichte im stark selektiven deutschen Bildungssystem erhebliche Hürden zu überwinden haben und daher in den Hochschulen deutlich unterrepräsentiert sind: Lediglich 23 Prozent der Kinder von Nicht-Akademikern nehmen ein Hochschulstudium auf, bei Kindern von Akademikern sind es 77 Prozent.

Talentscouting in NRW:

In Deutschland entscheiden oftmals nicht vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Hier setzt das NRW-Talentscouting an. Ein zentrales Ziel des Programms ist es, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen der Eltern. Talentierte Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen werden ermutigt, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu bestehen.

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) stellt dafür bis 2020 jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 NRW-Hochschulen an dem Programm (Hochschule Bochum, Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund, Fachhochschule Dortmund, Universität Duisburg-Essen, Hochschule Ruhr West, Westfälische Hochschule, Fachhochschule Aachen, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf, Technische Hochschule Köln, Universität zu Köln, Hochschule Ostwestfalen-Lippe (stellvertretend für den Hochschulverbund Ostwestfalen-Lippe und die Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld und Universität Paderborn) und Bergische Universität Wuppertal). Eine Jury wählte diese Hochschulen in einem landesweiten Ausschreibungsverfahren aus.

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